Nachruf Opa Lui

Opa Luis Familie musste sich heute (29.12.) früh von ihm für immer verabschieden und folgende Zeilen begleiten ihn auf seiner letzten Reise, denn seine Pflegemama Frau Heil las ihm immer die Geschichte vor:

…Tausende von Lichtern brannten auf den grünen Zweigen, und bunte Bilder, wie die, welche in den Ladenfenstern ausgestellt werden, schauten auf sie hernieder, die Kleine streckte beide Hände nach ihnen in die Höhe – da erlosch das Schwefelholz. Die vielen Weihnachtslichter stiegen höher und höher, und sie sah jetzt erst, dass es die hellen Sterne waren. Einer von ihnen fiel herab und zog einen langen Feuerstreifen über den Himmel. „Jetzt stirbt jemand!“ sagte die Kleine, denn die alte Großmutter, die sie allein freundlich behandelt hatte, jetzt aber längst tot war, hatte gesagt: „Wenn ein Stern fällt, steigt eine Seele zu Gott empor!“ Sie strich wieder ein Schwefelholz gegen die Mauer; es warf einen weiten Lichtschein ringsumher, und im Glanze desselben stand die alte Großmutter hell beleuchtet mild und freundlich da. „Großmutter!“ rief die Kleine, „oh, nimm mich mit dir! Ich weiß, dass du verschwindest, sobald das Schwefelholz ausgeht, verschwindest, wie der warme Kachelofen, der köstliche Gänsebraten und der große flimmernde Weihnachtsbaum!“ Schnell strich sie den ganzen Rest der Schwefelhölzer an, die sich noch im Schächtelchen befanden, sie wollte die Großmutter festhalten; und die Schwefelhölzer verbreiteten einen solchen Glanz, dass es heller war als am lichten Tag. So schön, so groß war die Großmutter nie gewesen; sie nahm das kleine Mädchen auf ihren Arm, und hoch schwebten sie empor in Glanz und Freude; Kälte, Hunger und Angst wichen von ihm – sie war im Himmel. 
Für meinen treuen „Opa Lui“! 

Opa Lui kam im September zu uns ins Tierheim. Er hatte das Glück Anfang Dezember auf eine Pflegestelle umzuziehen. Leider waren ihm nur noch wenige Wochen vergönnt. Wie gerne hätten wir alle ihm noch so viel mehr Zeit geschenkt. Zeit, in der er sein neues Zuhause so viel mehr hätte auskosten können. Er musste seine Reise nicht alleine antreten. Er wurde geliebt und hat nochmal die Wärme von Menschenherzen gespürt, die ihn liebten.

Wir bedanken uns hier einmal von ganzem Herzen bei all den Menschen, die sich für ein altes oder auch krankes Tier entscheiden und ihm die Wärme der Liebe noch einmal schenken oder sie diese überhaupt zum ersten Mal spüren lassen. Und vielen Dank nochmal an sein Pflegefrauchen Frau Heil. Vielen lieben Dank.

Unsere Tiere sind geliebt und unvergessen! Alle die ihm voraus gegangen sind oder die ihm noch folgen werden.

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