Nachruf – Roberta † 27.12.2019

„Hast Du Angst vor dem Tod?“, fragte der kleine Prinz die Rose. Darauf antwortete sie: „Aber nein. Ich habe doch gelebt. Ich habe geblüht und meine Kräfte eingesetzt, so viel ich konnte. Und Liebe, tausendfach verschenkt, kehrt wieder zurück zu dem, der sie gegeben. So will ich warten auf das neue Leben.“ (Antoine de Saint-Exupéry)

Roberta, die ehemalige Hofkatze

Am 23.05.2018 wurde Roberta wegen ihres lebensbedrohlichen Zustand beschlagnahmt und hierdurch gerettet. Sie durfte die letzten 1,5 Jahre endlich Liebe, Wärme, Geborgenheit, tierärztliche Versorgung und ausreichend Futter erfahren.

Eine Tierärztin erstellte ein Gutachten über den grausamen Zustand. Sie hatte mehrere lebensbedrohliche, vereiterte Abzesse. ihr  Schwanzknochen lag blank, war teilweise am Absterben. Eine Operation war nicht sofort möglich, da sich herausstellte, dass Roberta zudem hochschwanger war. Sie kam ins Tierheim Alsfeld, wo sie liebevoll gepäppelt und medizinisch versorgt wurde. Nach einer ersten Stabilisierung konnte eine erste lebensrettende Operation vorgenommen werden.

Am 18.06.2018 brachte sie ihre Kinder Rosa und Romy im Tierheim Alsfeld zur Welt, wo sie sich voller Liebe ihrer Mutterschaft widmen konnte. Leider musste die kleine Familie bereits im August 2018 wieder getrennt werden, da eines ihrer Babies, die kleine Romy, wegen eines schwerwiegenden angeborenen Inzuchtschadens (atresia ani) in der Uniklinik operiert werden musste. Hierdurch musste die kleine Romy über Wochen von ihrer Familie getrennt gepflegt werden.

Im September 2018 wurde die kleine Familie wieder vereint und zog auf eine Pflegestelle. Dort wurden die drei geliebt und umsorgt, gleichzeitig war es ein harter Kampf um Romys Überleben, der Tag und Nacht eine Intensivversorgung erforderte. Monatelanges Bangen, dass Robertas Töchterchen überhaupt überlebt.

Im März 2019 konnten die Pflegestelle und das Tierheim endlich aufatmen, Robertas Tochter war endlich außer Lebensgefahr und die Katzenfamilie konnte ihre gemeinsame Zeit genießen. Im April 2019 musste Roberta wegen einer verdickten Zitze tierärztlich vorgestellt werden – ein Schock, denn es wurde ein Mammakarzinom diagnostiziert. Eine zweite Operation erfolgte, in der der Tumor entfernt wurde sowie eine dritte große Operation, um auch die zweite Gesäugeleiste zu entfernen.

Im Mai 2019, direkt nach der 3. Operation, konnten pathologisch keine Krebszellen mehr nachgewiesen werden, das Gewebe war klar abgegrenzt – alles schien gut.

Anfang Dezember tastete die Pflegestellenmama  einen vergrößerten Lymphknoten, die Besorgnis war groß, weswegen Roberta umfassend untersucht wurde. Die niederschmetternde Diagnose des betreuenden Tierarztes ergab: Krebs im Endstadium.

Die Metastasen waren schon in Robertas Lunge.

Drei Wochen lang, bis zum 27.12.2019, waren Roberta und ihrer Pflegestelle noch geschenkt, in denen eine liebevolle Palliativbetreuung erfolgte. Als das Leiden einsetzte, ließen wir Roberta im Kreise ihrer Lieben in großer Trauer auf ihre große Reise gehen.

Roberta war die unkomplizierteste Katze, die man sich nur vorstellen kann, sie war voller Vertrauen, Liebe zu ihren Menschen und ihren Kindern. Sie war von ruhiger Wesensart, wunderschön, nach ihrer Rettung aus dem Hofumfeld hatte sie ein glänzendes Fell, sie strahlte von innen heraus. Wir hätten ihr so sehr gewünscht, dass sie ihr ganzes Leben in geschützter und geliebter Umgebung hätte verbringen dürfen. Aber wir sind dankbar, dass wir ihr diese Erfahrung für ihre letzten 1,5 Jahre schenken durften.

In Liebe

Robertas Pflegestelle mit Romy und Rosa

Wer für Robertas tierärztliche Versorgung und ihre Kremierung etwas spenden möchte, kann dies über das Konto des Tierheims Alsfeld tun unter:
Sparkasse Oberhessen
IBAN: DE 57518500790304047291
BIC: HELADEF1FRI

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