Jette – auf Pflegestelle –

Rasse: Mix

Geschlecht: weiblich

Geburtsdatum: ca. November 2016

 

Jette – Wenn Hunde lieben lernen

Unsere zarte Jette hat keine schöne Vorgeschichte.

Als Welpe in Rumänien aufgewachsen, zog sie damals mit 4 Monaten in ein deutsches Tierheim, dort wartete sie vergebens auf ein Zuhause.

Zu dieser Zeit war die Hübsche Menschen gegenüber sehr ängstlich und verweigerte jeden Kontakt, auch mit anderen Hunden zeigte sie nach kurzer Zeit Probleme und wurde dort daraufhin einzeln gehalten. Ganze 1 1/2 Jahre wagte sich niemand an Jette heran, sodass sie noch nicht einmal ein Halsband hatte. Sie flüchtete, schnappte, wurde panisch und macht Pipi unter sich. Alle Versuche blieben erfolglos, bis die Einschläferung im Raum stand.
Glücklicherweise bekam dies die Tierhilfe Hoffnung mit, die so schnell wie möglich einen Transport in das Alsfelder Tierheim organisierte, wo man nun an Jettes Verhalten intensiv arbeiten wollte.

Der Vorstand erkannte sofort, dass bei Jette eine intensive Betreuung von Nöten war und beauftragte eine qualifizierte, freiwillige Helferin, die Erfahrung im Sichern und Trainieren solcher Angsthunde hatte.
Nach mehrmaligen Besuchen war klar, dass Jette –sobald sie gesichert war – mit ihr auf Pflegestelle durfte, um so schneller und besser Zugang zu Jette zu bekommen und ihr den Stress des wiederholenden Einfanges zu erleichtern.
Gesagt–getan, nahm die Helferin Jette in ihrer privaten Hundegruppe auf.

Anfangs war sie mit einem Maulkorb abgesichert, da sie auf Annäherung mit panischem Schnappen reagierte und bei kleinstem Zug auf die Leine in sie hinein biss. Nach drei Tagen war die größte Angst verflogen und der Maulkorb konnte ab.
In der Wohnung verhielt sie sich ruhig, saß in einer Ecke des Sofas und beobachtete das Geschehen von weit weg. Im Laufe der Zeit gewöhnt sich der Angsthase an dir täglichen Rituale und auch die anderen Hunde schienen sie so langsam zu interessieren.Sie zeigte erstmalig Gefühle von positiver Art!

Mittlerweile ist Jette stubenrein, ist mit Hunden und Katzen verträglich, lässt sich abrufen, streicheln, an–und ableinen und zeigt spielerisch Kommunikation.
Am Anfang hat ihr quasi alles Angst gemacht, sie wollte von nichts etwas wissen. Gerade äußere Umwelteinflüsse waren für sie eine große Belastung.
Jetzt liebt sie es spazieren zu gehen. Sie flitzt im Feld freudestrahlend, wedelnd und sichtlich entspannt durch die Wiesen, liebt den Regen und geht auch baden.
Sie geht mittlerweile auch regelmäßig in Wohngebieten mit viel Betrieb spazieren, daran zeigt sie noch kein Gefallen, orientiert sich aber vorbildlich an ihrer Pflegerin und wird nicht panisch.

Alles hat sie schon bestanden: fremde Menschen mit Kindern, Fahrräder, andere Hunde, Autos, selbst bei Traktoren bleibt sie ruhig. Andere Hunde können sich mittlerweile eine Scheibe bei Jette abschneiden.
Ihre Pflegrmami sagt, sie wär zuckersüß und ein Engel auf Erden. Man kann sehr stolz auf Jettes Fortschritte sein. Es ist ihr eine Ehre und Freude zugleich sehen zu dürfen, wir Jette sich entwickelt und Gefühle wie Liebe, Freunde und Spaß zeigt, sowie auch erkennt und darauf reagieren kann.
Sie genießt die Nähe sichtlich und kann sich fallen lassen. In manchen Momenten ist Jette so süß, verspielt und der Schalk lacht aus ihrem Gesicht. Diese Momente sind unbezahlbar und rühren oftmals zu Tränen.
Sie berührt das Herz ihrer Pflegerin. Sie geht davon aus, dass Jette mal eine richtig freche und schmusebedürftige Dame wird, mit der man durch dick und dünn gehen kann.

Die süße Jette zeigt auch jetzt schon wie sehr ihr körperlicher Kontakt gut tut. Sie fordert oftmals noch mehr, indem sie ganz vorsichtig auf den Schoß pfötelt, einem mit dem Kopf anstupst und die Hand ganz sanft zu sich zieht. Streichelt man sie, dann erkennt man wie von Sekunde zu Sekunde der Stress von ihr abfällt und ein richtiges Lächeln auf ihr Gesicht gezaubert wird. Ein unbezahlbares Geschenk, welches Jette vermag zu verschenken.

Jette schläft teilweise sogar schon neben ihrer Pflegerin.

Das Jette so langsam lieben lernt, zeigt auch ihr Verhalten, wenn jemand geht oder kommt. Sie weint ihrem PflegePaps immer leise hinterher, wenn er zur Arbeit geht und sie freut sich dann unendlich, wenn er wieder nach Hause kommt. Dann wird gebellt, gewedelt, gehüpft und ein wahres Freudenjaulkonzert gegeben.

Was man im ganzen Verhalten von Jette gegenüber Menschen und teilweise auch Hunden erkennt, dass sie schlichtweg nie gelernt hat wie die einfachsten Dinge funktionieren. Sie wusste nicht wie schmusen, spielen oder jegliche andere Kontaktaufnahmen funktionieren. Oft sehen ihre Versuche seltsam aus. Sie tastet sich buchstäblich heran, versucht herauszufinden wie sie sich beim Streicheln auf jemanden setzen kann. Sie wechselt oft die Position, um für sich herauszufinden was für sie gut ist und sich für sie gut anfühlt. Hier schaut sie sich auch sehr viel von den anderen Hunden ab.

Bis zur Vermittlung darf Jette bei ihrer Pflegefamilie bleiben. Solange wird fleißig weiter trainiert.

Für Jette wünschen wir uns Menschen, die sich nicht durch panische Reaktionen und Unsicherheiten ihrerseits beeinflussen lassen und sie in diesen Situationen mit Ruhe und Entschlossenheit abholen und durchleben lassen, sodass sie daran wachsen kann. Es wäre schön, wenn diese Menschen ein gewisses Selbstverständnis für ihr Verhalten haben, dem nicht zu große Bedeutung schenken und sie in diesen Dingen stärkt, die sie gut macht.
Wir glauben, dass es von Vorteil wäre, wenn Jette zu einem souveränen Hund vermittelt werden könnte, der eine Vorbildfunktion für Räuberin Jette einnehmen könnte und ihr anfangs etwas Raum zu Ankommen gibt. Einen Haushalt mit Kindern oder viel Trubel wäre derzeit definit zu viel für die Kleine. Es wäre schön, wenn die die Menschen Spaß daran haben, der kleinen Ronja Räubertochter die Welt zu erklären und gemeinsam daran wachsen. Erlebnisse schweißen zusammen.
Wir gehen davon aus, dass Jette anfangs nicht begeistert sein wird umzuziehen und sich auf fremde Menschen einzulassen, auch das müsste Jettes Familie verstehen. Am Anfang ist Zeit, Ruhe und Verständnis gefragt und das kann verständlicherweise beim Einzug eines neuen Familienmitglieds wirklich schwer fallen.

Auch wenn die süße Strubbelqueen auf einer Pflegestelle ist und sich auch dort wohl fühlt, möchte ihre Pflegemami so schnell wie möglich ein richtiges Zuhause für sie finden. Da ihr Pflegefrauchen angehende Hundetrainerin ist und den Platz auch weiterhin anderen Hunden zur Verfügung stellen möchte, die vielleicht auch eine Intensivbetreuung benötigen und Jette sich nicht noch mehr bindet.

Falls Sie Jettes Lebensgeschichte angesprochen hat, Sie aber Bedenken haben, ob Sie für so einen Hund bereit sind, können sie sich gerne einfach melden.

Ihre Pflegestelle würde auch weiterhin bei Fragen zur Verfügung stehen und ggf. auch Trainingseinheiten mit Jette anbieten um zu unterstützen und den richtigen Umgang mit ihr zu verdeutlichen. bei Interesse melden Sie sich gerne unverbindlich im Tierheim und lernen Sie Jette kennen, die tatsächlich den Sprung von einer Einschläferung zu einem fröhlichen, liebenden Familienhund geschafft hat!

 

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