Der Kampf ums nackte Überleben

61 Gramm! – Ein Erlebnisbericht –

Man wächst mit seinen Aufgaben

Es gibt wenig Privatleute, die sich zutrauen Katzenbabys, die keine Mama haben, groß zu ziehen und als Pflegestelle für Tierheime zu dienen. Dazu gehört Know-how, viel Tierliebe und viiiiiiiiiel Zeit! Nun ja, diese Zeit habe ich bzw. nehme ich mir natürlich und vor 2 Jahren zog ich schon 3 Buben mit der Flasche groß. Diese waren allerdings schon 3-4 Wochen alt als sie zu mir kamen. Am Montag den 25.6. sollte sich mein bisheriger Lebensrhythmus allerdings drastisch ändern. Im Tierheim gebar eine Katzenmama 5 Kitten, wovon während der Geburt 2 verstarben und wenige Stunden später auch das Dritte. Die Mama wollte von ihren übrig gebliebenen Kindern nichts wissen, trotz sämtlicher Versuche von uns. Ich nahm mich also der kleinen Wesen an, mit voller Rückendeckung von unserer Tierärztin Natascha Hirschmann und dem Wissen, dass das Uniklinikum Gießen für mich bei einem Notfall Tag und Nacht erreichbar war. Als ich die Kleinen sah, musste ich erstmal die Luft anhalten. Sie waren so unterschiedlich groß und entsprechend (weit-) entwickelt.

(zum Vergrößern bitte auf die Bilder klicken)

Mein Tagesablauf sollte nun also wie folgt aussehen für die nächsten 2 Wochen:

–    Jede Stunde (ja „jede“ auch nachts) die Flasche geben

–    Bäuchlein massieren

–    Beim Kot- und Urinabsatz helfen

–    Immer wachsam sein und bereit sein zu reagieren

–    Gewichtskontrolle machen

–    Kraul- und Streicheleinheiten geben

–    Und natürlich meine Tierchen nicht vergessen, die auch eine Menge Aufmerksamkeit brauchen (und dennoch einbüßen mussten)

Ich lebte also die kommende Woche nur noch von Std. zu Std. und die Zeit verging wie im Flug.

Und es ging los…

Am Tag des Einzugs begrüßte mich meine Hündin schon unheimlich aufgeregt an der Tür! Wenn Frauchen mit so einer Box nach Hause kommt, dann ist da meist was Felliges drin. Ja und dann sind es sogar noch Babys! Sie liebt ja Babys über alles und könnte sie im wahrsten Sinne des Wortes weglutschen.

Am ersten Tag war ich erstaunt wie gut die Kleinen tranken. Das Anfangsgewicht war super und schnell waren Namen für die Zwerge gefunden. Der Kleinste: so mickrig, die Form wie eine Erdnuss…. Ja klar – Prinz Peanut! Und da lag der zweite Name auch schon auf der Hand: Prinzessin Hazel. So! Ab sofort dürfen sie nun also nicht mehr sterben, sie haben nun Namen und aufgeben zählt nicht! Hier wird nun gekämpft. Gekämpft ums Überleben. Dass sich das leider schon 3 Tage später bewahrheiten sollte, wusste ich da noch nicht. Hazel nahm fleißig zu, Peanut hielt sein Gewicht und sollte dann 3 Tage später leider abnehmen. Hier sei gesagt: Sobald Babys abnehmen, sollten alle Alarmglocken schrillen. Katzenbabys nehmen in der Regel so am Tag 10 Gramm +- zu. Peanut rutschte mir also von 61 Gramm auf 58 Gramm. Meine Wiegezeit war jeden Abend um 23 Uhr.

Es war nun also Donnerstagabend und das kleine Nüsschen trank auf einmal schlechter, wollte nicht mehr saugen, der Schluckreflex war an sich zwar noch da, aber ich merkte, dass er schwächer wurde. Dies alles ereignete sich innerhalb einer Stunde. Also habe ich in meiner Not Natascha nachts um 0.30Uhr aus dem Bett geklingelt, schnell alles abgesprochen, den Notruf der Uniklinik Gießen gewählt und wenig später saßen mein Mann und ich im Auto Richtung Gießen, nachdem ich meinen Mann noch aus dem Bett geschmissen habe, da ich selbst nicht in der Lage war zu fahren. Einmal, weil ich zu dem Zeitpunkt schon total übermüdet war und zum anderen, da sich meine Augen ständig mit so einer Flüssigkeit füllten, die das Ergebnis meiner Angst um den kleinen Kerl war. War er mir doch schon so ans Herz gewachsen. Das durfte alles nicht sein!

Ich werde nun bisschen ins Detail gehen (da es mir wichtig ist und damit man weiß, was Peanut und ich nun alles mitgemacht haben)!

Eine Ärztin der Uniklinik empfing mich nach kurzer Wartezeit und schaute sich den kleinen Kerl an. Er hatte nicht mehr viel Flüssigkeit im Körper, dass verriet der Hauttest. Also bekam er erstmal eine Infusion unter die Haut gespritzt mit Antibiotika. Nun sah er aus wie eine kleine wandelnde Beulenpest. Mein Gott, er war gerade mal so groß wie meine Handfläche. Sie wollten ihm Blut abnehmen um zu schauen ob er eine Krankheit oder einen Infekt hatte. Ich schaute die Ärztin groß an: Wo bitte sollte man denn bei dem Würmchen, was aus Haut und Knochen bestand, Blut abnehmen? Die Halsschlagader! Oh Gott. Und ich musste…. durfte … sollte… ihn halten?! Ok, wird ja nicht so schlimm werden, habe ich schon oft bei erwachsenen Katzen mitgemacht.

Ich habe noch nie! eine Katze so schreien gehört, als die Nadel in das Hälschen gestochen wurde. Ich bin eigentlich schon hart im Nehmen, aber was da mit meinem Körper passierte war selbst mir neu. Warm… wärmer… heiß… kalter Schweißausbruch. Mein Blut sackte nach unten, ich stützte mich auf den Tisch, damit ich nicht die zweite Patientin wurde und immer noch mit Peanut in den Händen, der so erbärmlich schrie. Umkippen war keine Option. Stark sein für Peanut. Wobei der gerade die größeren Probleme hatte. Atmen, einfach weiter atmen…. Das ist der Trick! Mein Mann starrte mich aus der Ecke des Raums absolut entsetzt an. Ihm ging es genauso durch Mark und Bein. Der Kleine gab kein Blut, die Prozedur wurde abgebrochen – Gott sei Dank. Meine Hände waren klatsch nass. Ich musste mich setzen. Langsam erholte ich mich, Peanut erholte sich da hingegen schneller…. Herrje, wer stand denn eben auf der Schippe – er oder ich?! Ich bekam für ihn Infusionen mit, die ich ihm dann alle 3-4 Std. unter die Haut spritzte. In dieser Nacht war überhaupt nicht an Schlaf zu denken und ich bin meinem Mann unheimlich dankbar, dass er mich begleitet hat und trotz Schichtarbeit seinen erholsamen Schlaf unterbrochen hatte. Auch tausend Dank an Natascha, die mir immer aufmunternde Worte geschrieben hatte und für mich immer da ist, wenn es um die Nüsschen-Familie geht.

Einen Tag zuvor fing ich bei Peanut schon an, ihn alle 30 Min. zu füttern. Manche werden jetzt grob überschlagen: Alle 30 Min. füttern bedeutet: Fütterungszeit + Vorbereitungszeit + Nachbereitungszeit + ein Hirn was nicht gleich in den Schlaf kippt…. Ja macht so 10-15Min. (ich nenne es mal) „Ruhezeit“ bis der Wecker klingelt und man wieder ran muss…. Die Timerfunktion in meinem Handy war also ständig am Laufen und alle Utensilien lagen immer griffbereit in der Küche. Wasserkocher war immer gefüllt, ein Topf zum Abkochen der Flaschen immer auf dem Herd. Jetzt hieß es also „kämpfen“! Ich gebe diese kleine Erdnuss nicht auf! Der kleine Kerl hat das in der Klinik gut überstanden, der wird auch dies hier überstehen!

Nun verbrachte er mal an meinem Herz auf der Brust liegend eine Zeit, dann wieder in seiner Box bei seiner Schwester und das immer im Wechsel. Ich imitierte das Schnurren der Katzenmama seit sie bei mir eingezogen sind und sang ihnen während der Fütterung vor (auch wenn sie in der ersten Woche noch taub sind, kommt doch mehr rüber als nur das Wort oder die Stimme 😉). Auch arbeitete ich mit der Kraft der Edelsteine. Ein Versuch war es wert! Übrigens ist an meiner Seite, wirklich seit Beginn und nie die Kitten aus den Augen lassend: unsere Hündin Lucy. Ihre Aufgabe bestand darin, die Kitten sauber zu halten. Nach dem Füttern kommt das Massieren des Bäuchleins um die Verdauung und die Darmfunktion anzuregen. Dies übernahm sie. Nun gibt es sicherlich ein paar Leute, die hier sagen: „Uh das ist aber unhygienisch, wie kann man nur!“. Meine Meinung ist aber: die Instinkte der Tiere können wir Menschen nie so ersetzen und ausführen wie die Tiere dies selbst tun und ich bin so stolz auf Lucy. Sie gibt den Kleinen in der Entwicklung genau das, was jede Mutter sonst machen würde. Sie war unermüdlich an meiner Seite, schlief fast im Sitzen ein, da sie genauso wenig Schlaf wie ich bekam und irgendwann war der Tag da (es war der 5. Tag seit Einzug und Geburt der Kleinen) wo sie ihre erste Fütterung der Kleinen verschlief. Sie hatte auch schon kleine Augenringe gehabt und jedes Mal musste ich lachen, wenn sie schlagartig wach war und ihre Frisur auf halb acht, sobald die Box geöffnet wurde und man ihr derart ihre Müdigkeit ansah. Aber sie machte es ja freiwillig und wegschicken konnte ich sie nicht – da hatte urplötzlich immer die Taubheit bei diesem Hund eingesetzt.

Der Kleine fand am nächsten Tag seinen „Zug“ beim Trinken wieder und so konnten wir das Gewicht weiter steigern. Ganze 7 Gramm mehr – yes. Dann darauf am Tag 11 Gramm – prima. Es war geschafft! Ich hatte Prinz Peanut wieder auf Kurs gebracht. Eine kleine Gerölllawine kullerte von meinem Herz. Es ist so faszinierend, was man alles an den Kleinen entdeckt, wenn man diesen Weg mit ihnen geht. Ab dem 1. Tag fangen sie schon das Schnurren an, ab dem 5./6. Tag zeigte Hazel deutlich, dass sie es mag unterm Kinn gekrault zu werden. Beinchen gehen auf einmal hoch und man will da gekrault werden und hier, jetzt bitte auch am Bauch und an der Schwanzwurzel und man zeigt auch deutlich seinen Unwillen. 😊 Mein Schlafplatz wurde übrigens verlagert seitdem sie eingezogen waren. Er war nun bei ihnen mit auf der Couch im Wohnzimmer. Nun zurück zu Peanut! Das Gewicht steigert sich weiter, aber dennoch blieb ich immer etwas angespannt. Es hätte auch noch mit 8/9 Tagen noch so viel passieren können. Dann kam eine Zeit, in der sie leicht verschnupft waren und wir noch 3x am Tag zusätzlich, mit der Kraft aus der Natur, inhalieren mussten. Es schlug gut an und wir konnten schnell damit aufhören. Mein Mann schaffte es in der Zeit wo die Kleinen 2-3 Wochen alt waren, je nachdem wie er arbeiten musste, mir mal 3-4 Std. Schlaf zu ermöglichen an ca. 2 Tagen in der Woche. Es war nicht viel, aber es half doch etwas und dafür bin ich ihm sehr dankbar.

Welche Gedanken gehen einem eigentlich die ganze Zeit durch den Kopf und was macht das alles mit einem?

Da ist in erster Linie natürlich – wie kann es auch bei jemandem sein, der Tiere über alles liebt und im Tierschutz aktiv ist: Lasst endlich eure Freigängerkatzen kastrieren! Für allen Scheiß wird Geld ausgegeben, aber einmal, 1x! in sein Tier zu investieren und das Elend und Leid zu minimieren durch Kastration, da ist der Geiz wirklich an der falschen Stelle angesetzt und da sollte man mal seine Moral und seine Verantwortung überdenken. Dies war so der Ursprungsgedanke, der am Anfang sehr präsent war.

Dann ist man zudem einmal fasziniert, wie fit man doch am Tag ist, so dass man es sich selbst und auch die Anderen einem nicht ansehen, wie sehr man unter absolutem Schlafmangel leidet. Noch! Aber nach zwei Wochen sah man es mir doch an, da hätten auch keine 2kg Schminke geholfen…

Das Nervenkostüm wird definitiv dünner! Der Schlafmangel macht einen angreifbarer. Auf einmal stört man sich an Dingen, die einem eigentlich früher nicht wirklich gestört haben… Die Sorge um das Leben der Kleinen bzw. gerade um das Prinzchen fing an Wirkung zu zeigen und Kraft zu kosten.

Nachts war es stark zu spüren. Seitdem sie 7 Tage alt waren, bekam er jede Std. die Flasche und sie alle 2 Std. – tja dennoch musste ich da jede Std. parat sein – ätsch…. Wäre ja auch zu schön gewesen, wenn es nur Hazels Rhythmus gewesen wäre… 😊 Ich schreib mal eine Situation auf, die mir nachts so passiert ist (in der Zeit des 30 min. Fütterungsintervalls von Peanut):

Wecker klingelt wieder. Ca. 15 Min. „Schlaf“ gehabt. Der Körper schnellt hoch, der Geist bleibt liegen…. Ähm ohne geht nicht, also nachholen. Muss mich nun erstmal sortieren… Wo bin ich? Ach ja, im Wohnzimmer auf der Couch. Die Kleinen! Füttern! Was muss ich jetzt alles machen? Was haben wir für einen Tag eigentlich und – da muss ich gestehen, dass war bei mir mittlerweile komplett weg (sogar bis sie 5 Wochen alt waren). Ohne mein Handy oder den Kalender in der Küche, wusste ich nicht was wir für einen Tag hatten und meine Konzentration gab es nicht her, es mir herbei zu leiten! Hatte ich jetzt eigentlich verschlafen? Wann habe ich mich hingelegt? Habe ich auch keine Fütterungsintervalle ausgelassen und wirklich bisher alle gemacht?  –  Ja das ist kein Scherz, das war so zw. 3 und 5 Uhr. Wer mich kennt der weiß, dass ich ein eigentlich sehr strukturierter Mensch bin, der so ziemlich an alles denkt um das man ihn bittet (zumindest alles dransetzt und ansonsten die Notizfunktion des Handys nutzt) und nur selten Dinge vergisst, aber da mahlen jetzt auf einmal die Mühlen langsamer. Es kommen einem die komischsten Gedanken in den Kopf. Auch in der kurzen Zeit wo man es tatsächlich mal schafft zu „träumen“, sind manche Träume so intensiv, dass man denkt es ist wirklich passiert und panisch in die Box schaut, ob die Katzen noch da sind und ob alles ok ist.

Ja die Kleinen haben mein Leben auf den Kopf gestellt und seit dem 4.7. ist es ums Herz leichter, denn wir haben es geschafft!!! Prinz Peanut hat die 100 Gramm geknackt und gedeiht prächtig. Wir sind dem Tod von der Schippe gesprungen und all die durchzechten Nächte, all das Bangen, alle Emotionen, Tränen und Augenringe waren es um das kleine Leben wert! Sind es um jedes Leben wert!

Nun sind sie 7 Wochen alt. Sie haben das Wohnzimmer längst erobert, klettern umher, gehen – mal gut, mal weniger gut – selber aufs Klo, Peanut frisst gelegentlich schon eigenständig sein Futter, sogar gekochtes Hühnchen wird vertilgt, aber Prinzessin Hazel ist immer noch mundfaul. Sie verweigert jegliches Essen was im Napf vor sie hingestellt wird, wenn es nicht aus der Flasche kommt. Jaja die verzogenen Flaschenkinder. 😊 Meine Kater haben die Kleinen weitestgehend akzeptiert und spielen auch schon hin und wieder mit ihnen und Hündin Lucy ist nach wie vor immer noch die Übermama. Sie putzt und bemuttert sie weiterhin liebevoll. Die 500g haben wir längst geknackt und ich darf nun 5-6 Stunden nachts durchschlafen. Endlich ist es leichter ums Herz. Ich schaue lachend zu den kleinen Wirbelwinden in ihren Laufstall oder wo sie gerade rumturnen und man kann sagen, dass mein Herz vor Freude hüpft. Soviel durchgestanden, so viele bange Minuten und Stunden, ja sogar Tage und jetzt knettern die Zwei umher, versuchen einen zu erschrecken mit ihren Seitwärtshüpfern und dem kleinen aufgestellten, sehr gefährlich wirkenden, Bürstenschwanz. Hahaha – ich muss lachen. Ja sie sind mir sehr ans Herz gewachsen.  (Bild unten: es gab zu der „schlaflosen“ Zeit eher wenige Bilder von mir)

Wie wird es weiter gehen?

Ich weiß jetzt schon, dass es mir enorm schwerfallen wird, mich zu gegebener Zeit von den Beiden trennen zu müssen. Es fiel mir damals schon bei zwei von unseren drei Flaschenkindern schwer, diese zu vermitteln, aber es ergab sich ein so toller Kontakt, der bis jetzt anhält und sie in die Nähe ziehen konnten, dass ich im Nachhinein froh darüber bin. Besser konnten die Beiden es nicht treffen. Nun habe ich aber eine noch stärkere Verbindung zu Peanut & Hazel, da ich für Beide ab der Geburt da war und ich gerade mit Peanut so viel durchgemacht habe. Ja ich mag jetzt noch nicht daran denken, aber wenn der Punkt des „Auszugs“ gekommen ist, werde ich ganz genau jedes interessierte Zuhause unter die Lupe nehmen und das aller Beste für Prinz und Prinzessin auswählen. Man möge mir dies nachsehen, aber die zwei sind meine Babys. Und man adoptiert mich dann übrigens mit!!!                                  Oder ziehen sie am Ende gar nicht aus???? 😊

Ich hatte übrigens zwei sehr große Hilfen in der Kittenaufzucht. Eine große Hilfe war die Heizmatte für Tiere, die konstant eine wohlige Wärme hielt und ich nicht zusätzlich die Prozedur von Wärmflasche und Co. mitmachen musste, was mir weitere Zeit gekostet hätte und die Hilfe des Snuggle Kitty. Wer es nicht kennt, der darf es gerne mal googeln. Eine weiche Plüschkatze, die in sich ein batteriebetriebenes Herz hat, welches Herzschläge imitiert. Ich hätte nie gedacht, dass ich mal so Fan von dem Teil werde. Meine Beiden haben es seit dem ersten Moment geliebt! Es kann natürlich nicht die Mama ersetzen, aber es kann ein Stück Geborgenheit und Sicherheit geben und meine Beiden zeigten dies ganz deutlich. Im Tierheim hatten wir nur drei Stück, aber die Wichtigkeit ließ uns nochmal 4 Stück bestellen. Denn man muss sie nun mal auch wechseln und waschen und da sind drei St. eindeutig zu wenig. Eins kostet 39€, aber das Geld ist wirklich gut angelegt. Wer möchte, darf uns nat. gern unterstützen und eins der vier Snuggles sponsern. Auch werden wir dauerhaft im Tierheim einiges an Bedarf an Kittenfutter haben und der Royal Canin Babycat Milk. Also sehr gerne Kittenfutter von Animonda und auch den Brei von Hipp „Hühnchen“. 😊 Herzlichen Dank!

Also ich denke Sie, als Leser, haben gemerkt, dass hier nichts schöngeredet wird. Wenn man Pflegestelle für Flaschenkinder machen will, so putzig sie auch sind und man ja oft im Überschwang der Gefühle sagt „ich will, ich will“, sollte man sich definitiv über folgende Punkte voll im Klaren sein:

– Absolute Zeit für die Kleinen haben (ich hätte gern die schönen sonnigen Tage genossen, aber ich war nur in der Wohnung gewesen. Doch darauf konnte ich gern verzichten, denn es geht hier um Leben! Um Lebewesen mit einer Seele und nicht um meinen Luxus die Sonne zu genießen)

– Schlaf! Dieser ist dann ein Luxus, wenn man es alleine stemmt. Hat man noch Unterstützung durch Familienmitglieder, dann wird es definitiv einfacher sich abzuwechseln und mal zu regenerieren. (Hier sei kurz angemerkt, dass mein Mann trotz Spätschicht mir 4 Std. Schlaf ermöglichte und er sich komplett um die Kleinen in der einen Nacht gekümmert hatte, als sie 3 Wo. alt waren. Oh ja, dass war für mich absoluter Luxus und ich habe es genossen.)

– Unbedingt mobil sein! Die Möglichkeit muss gegeben sein, sofort in eine Klinik oder zum Tierarzt fahren zu können. Da kann jede Minute enorm wichtig sein!

– Man muss sich im Klaren sein, dass für die nächsten Wochen das Privatleben erstmal auf Eis liegt und sich alles um die Kleinen dreht.

Was aber unheimlich wichtig ist und unbedingt mitgebracht werden muss, ist Fingerspitzengefühl, Sensibilität und Feingefühl für das Tier/die Tiere. Man kann noch so gut ausgebildet sein, wenn einem dies fehlt, fehlt ein entscheidender Teil für die Sache: Herzblut und die Liebe, die die Tiere definitiv spüren!

Einige hatten mich im Tierheim schon als „vermisst“ gemeldet und mir dann kleine Besuche abgestattet mit Nervennahrung und Babyutensilien. Meine Mama hat sogar mal für ein paar Tage Essen gekocht und vorbeigebracht. Danke Mama! In der Zeit der Nüsschen habe ich dennoch alle anfallenden Aufgaben wie Homepagebetreuung der Katzen, Fotos für die Homepage, Facebookbetreuung uvm. weiter gemacht und ich will eines sagen: Nie hat mir etwas so viel Spaß gemacht wie der Tierschutz, auch wenn es viele Momente des Weinens, des Ärgerns und des Verzweifelns gibt, aber es gibt auch die wunderbaren, tollen Momente. Es gibt die tollen Menschen, die einen weiter machen lassen, die einen ohne viele Worte und ohne viel zu tun unterstützen, eben weil sie so sind wie sie sind – selbstlos und voller Herzlichkeit. Ich hoffe ich kann noch lange für die Tiere und das Tierheim da sein, aber um dies zu schaffen brauche ich, brauchen wir Ihre/Eure Unterstützung.

Ich pers. würde mich freuen, wenn viele die dies hier lesen und noch kein Mitglied sind, Mitglied bei uns im Tierschutzverein werden (mit nur min. 25€ im Jahr – gern auch mehr) oder eine Patenschaft, für ein Tier bei uns, übernehmen würden. Wenn Sie ehrenamtlich aktiv werden oder uns durch Futter- und Sachspenden unterstützen könnten. Wenn wir zusammen anpacken, dann können wir viel Leid minimieren. Denken Sie einfach mal darüber nach. Vielen Dank!

Dies ist nun das letzte Bild von uns! Beim Erstellen des letzten Layouts und damit die Fertigstellung der Geschichte von Hazel und Peanut sieht es bei uns so aus: (sie haben toll mitgeholfen – hihi)

Vielen Dank, dass Sie bis hierhin gelesen haben und somit teilgenommen haben an unserer Geschichte!

Ihre/Eure

Corinna Hoser mit den zwei Nüsschen!           (Alsfeld, den 14.8.2018)

Ich selbst wollte es eig. nicht an die Öffentlichkeit bringen, jedoch wurde ich ganz lieb darum gebeten diese Geschichte von uns zu erzählen und so die Menschen Teil haben zu lassen an einem Bereich der Tierschutzarbeit!

Der 17.8. ist übrigens „Tag der schwarzen Katze“!

Zusatz: Ein großes Dankeschön möchte ich übrigens Sabine Geisel aussprechen, die mich bzw. eher die Kleinen mit Aufzuchtsmilch versorgt hat sowie ein Snuggle Kitty und Kolostrum gekauft hat. Vielen Dank nochmal an der Stelle!

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