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Immer donnerstags ist im Altenzentrum Donnas Tag:
Marburg. Seit mehr als sechs Jahren existiert das Hundebesuchsprogramm bei der Marburger
Altenhilfe St. Jakob. Das Projekt ist fester Bestandteil der Arbeit mit Menschen, die an Demenz erkrankt sind.
Ein leises Lächeln huscht über das Gesicht von Pauline Kosytorz, wenn Donna mit einem Satz auf das Bett der Bewohnerin des Altenzentrums St. Jakob auf dem Richtsberg springt und sich
an sie schmiegt. Seit anderthalb Jahren besucht die siebenjährige Labrador-Mischlingshündin mit ihrer Halterin Astrid Lehner jeden Donnerstag die demenzkranken Bewohner des
Altenzentrums. Donna fühlt sich sichtlich wohl neben Pauline Kosytorz und genießt es, wenn die Hand der alten Frau zärtlich über ihr schwarz-glänzendes Fell streicht.Die Besuche bei
Pauline Kosytorz sind Teil des Kooperationsprojekts zwischen der Marburger Altenhilfe St. Jakob und dem Verein "Leben mit Tieren", das Ende 1999 begann. Der Verein mit Sitz in Berlin,
der auch in Lollar eine Geschäftsstelle unterhält, bietet seit 1994 einen ehrenamtlichen Besuchsdienst mit Hunden für Senioren- und Pflegeheime und andere Einrichtungen an.Seit
Oktober 2004 kommt Astrid Lehner immer am Donnerstagnachmittag in den Wohnbereich für demenzkranke Bewohner des Altenzentrums. Mit einem freudigen Jaulen rennt Donna dann durch
die Gänge bis in die Wohnküche, wo sie die Bewohner abholt und in den Gruppenraum begleitet. Dort dreht sich dann eine Stunde lang alles um Donna.Bei Ball- und Zerrspielen mit dem Hund
treten die Demenzkranken wieder in Kontakt mit ihrer Umgebung, Erinnerungen an frühere Erfahrungen mit Haustieren werden geweckt und untereinander ausgetauscht. "Gerade bei schwer
demenzkranken Menschen ist es oft schwierig, einen Zugang zu ihnen zu finden, da erweist sich der Einsatz von Tieren als sehr sinnvoll", erläutert die Ergotherapeutin Michaela
Bergmann, die die Besuche von Donna als festen Bestandteil in ihr Therapieprogramm einbezieht.Die positive Wirkung werde meist sofort sichtbar. "Ängstliche oder von innerer
Unruhe getriebene Menschen können sich entspannen, weil der Hund beruhigend auf sie wirkt", beobachtet Bergmann. Die Möglichkeit, das Tier zu streicheln, komme dem Bedürfnis nach Wärme
und Zärtlichkeit entgegen. Und besonders die Männer unter den Bewohnern, die oftmals mit den eher hauswirtschaftlich orientierten Beschäftigungsangeboten nicht so gut erreicht werden
können, empfinden den Umgang mit Donna als willkommene Abwechslung.Und wenn die Therapiestunde um ist, dann ist auch Donna so richtig müde, erzählt Astrid Lehner, die ihren
Hund vor zwei Jahren in einem Tierheim entdeckt und ins Herz geschlossen hat. Relativ schnell war ihr klar, dass sich Donna für den therapeutischen Umgang mit alten Menschen
bestens eignen würde. Und ein spezieller Therapiehundetest bei einem Sachverständigen bestätigte Lehners Vermutung: "Donna ist sehr ausgeglichen, nichts bringt sie aus der Ruhe,
auch wenn sie einmal zu fest angepackt wird, weil den Senioren das Koordinationsvermögen fehlt."Heidi Thaller, Geschäftsführerin der Marburger Altenhilfe St. Jakob, und Kristina
Heinkel-Landmann, Leiterin des geragogischen und therapeutischen Dienstes, jedenfalls sind überzeugt von dem positiven Einfluss, denn Donnas regelmäßige Besuche auf die demenzkranken
Bewohner haben. "Selbst die Angehörigen sind oft überrascht, wie aufgeschlossen die alten Menschen durch den Umgang mit dem Hund sind", betont Heinkel-Landmann.Deshalb gibt es das
Hundebesuchsprogramm auch nicht nur im Altenzentrum auf dem Richtsberg, sondern in vergleichbarer Form auch im Altenhilfezentrum "Auf der Weide". Und der Bedarf ist groß. Denn
die Demenz bei alten Menschen nimmt laut Thaller stetig zu.
Artikel in der Oberhessischen Presse
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