Plädoyer für zwei Katzen oder Kater

Als wir uns vor zirka 15 Jahren unsere erste Katze – gerade drei Monate alt - anschafften, kamen wir gar nicht auf die Idee, uns zwei Pfotengänger gleichzeitig zuzulegen.

Solange die meiste Zeit jemand zu Hause war und die Eine außerdem raus in den großen Garten zum Streunen konnte, war auch alles in Ordnung. Schwieriger wurde es aber, als unsere Taps, so nannte ich sie, nach einem Umzug zur Wohnungskatze werden musste. An sich ging das problemlos, zumal sie dann schon etwas älter war. Wenn wir sie jedoch ein Wochenende alleine ließen und ein Fremder zum Füttern vorbeischaute, war unsere Katze schon ein wenig beleidigt, wenn wir wieder zurück waren und zeigte uns das sehr deutlich. Und dann die Sache mit dem Spielen und Schmusen: wir fanden nicht immer die notwendige Zeit für ausgedehnte Spiel- und Streicheleinheiten. Manchmal kam unser Stubentiger da doch ein bisschen zu kurz!

Im Februar dieses Jahres mussten wir unsere Taps einschläfern lassen - wir waren ohne Katze. Ganz schnell stellten wir fest, dass das kein schöner Zustand ist. Aber uns war dieses Mal auch klar: zwei Vierbeiner mussten es sein – wir waren beide tagsüber, häufig auch nachts beruflich außerhäusig und sie sollten nicht allein sein.

So kamen Betty (ehemals Frauke) und Mary aus dem Tierheim Alsfeld zu uns.

Das erste Wochenende, an dem unsere Beiden alleine waren, verlief ohne jegliche Zwischenfälle: keine zerstörte Wohnungseinrichtung, kein Frusterbrechen und kein urinieren in die Wohnung. Im Gegenteil. Wir trafen Sonntagabend auf zwei entspannte und friedliche Katzen, die mit sich alleine völlig zufrieden waren.

Und wenn sie miteinander spielen und toben, könnten wir ihnen stundenlang zusehen. Da wird hinter einer Murmel durch die Wohnung gefegt, dass es eine wahre Freude ist. Langeweile gibt es bei zwei Katzen einfach nie, sie kommen gemeinsam auf die unmöglichsten Ideen. Ein weiterer Vorteil bei einem 2-Personen-Haushalt ist, dass jeder eine „eigene“ Katze zum Schmusen hat – so sie denn auch will!

Der Nachteil: damit gar kein Unwillen aufkommen kann, sind zwei Katzenklos ein Muss. Und zugegebenermaßen sind die Kosten etwas höher. Beim Futter ist es gar nicht einmal so schlimm, denn man kann größere Portionen einkaufen, so dass es im Verhältnis zumindest nicht doppelt so teuer wird. Lediglich die Kosten beim Tierarzt verdoppeln sich.

Dafür kann man ruhigen Gewissens für ein paar Tage wegfahren und kann berufstätig sein so viel man will. Auch kann man einmal seine Ruhe genießen, da zwei Katzen nicht so viel Aufmerksamkeit abverlangen. Außerdem macht es richtig Spaß, zwei schmusende Katzen in der Sonne zu beobachten oder mit Herzklopfen verfolgen, wie sie den Kratzbaum rauf und runter jagen, sehen, wie sie miteinander balgen und spielen.

Mein Fazit: Wer sich eine Katze zulegen möchte, sollte sich wirklich einmal überlegen, ob er/sie nicht doch einen weiteren Platz für ein zweites Katzenklo findet. Alles in allem gesehen – siehe oben – überwiegen eindeutig die Vorteile! Natürlich sollte man grundsätzlich den Vermieter dazu gefragt haben.

Zum Abschluss noch einen Dank an die freundlichen und kompetenten Mitarbeiterinnen des Tierheimes Alsfeld. Sie kennen ihre kleinen Pappenheimer so gut, dass sie treffend darüber Auskunft geben können, welche Tiere sich bestens verstehen oder welche Katzen oder Kater von Haus aus gut mit anderen Artgenossen auskommen.